Monuments & Conversion

Mövenpick Hotel im Wasserturm
Sternschanze Hamburg

Der Umbau des Industriedenkmales in ein Hotel dauerte rund zwei Jahre und erforderte spektakuläre Baumaßnahmen. Der Turm wurde 1910 inmitten des Schanzenparkes auf einem noch älteren unterirdischen Reservoir errichtet und galt als der größte Wasserspeicher Europas.
Seit seiner Stilllegung 1961 verfiel das Denkmal allmählich.
Nach umfangreichen An- und Umbaumaßnahmen konnte der Turm endlich wieder mit Leben erfüllt werden. Im Juni 2007 eröffnete Mövenpick das Hotel mit 226 Zimmern auf 20 Ebenen. Die Erschließung des Hotels erfolgt über einen Tunnel, der die Gäste von der Straße Sternschanze über Rollbänder in die historischen Speichergewölbe des Erdbehälters und somit in die Hotelhalle befördert. So konnte auf eine Vorfahrt zum Hotel verzichtet werden, die den Park erheblich beeinträchtigt hätte. Neben dem Eingang zum Tunnel sind eine Tiefgarage und Nebenräume des Hotels angeordnet, welche komplett begrünt wurden. An den 4 Ecken des Erdbehälters belichten eingeschnittene quadratische Oberlichter, die mit Glaspyramiden überdacht sind, tiefer liegende Räume wie Rezeption, Bar, Wellnes, und Besprechungsräume. Das aus einem achteckigen Ring bestehende Turmfundament wurde auf der Tunnelseite durchschnitten, um den Zugang zu dem neuen Erschließungskern zu ermöglichen.
Wasserturm
Das aus einem achteckigen Ring bestehende Turmfundament wurde auf der Tunnelseite durchschnitten, um den Zugang zu dem neuen Erschließungskern zu ermöglichen. Die Schnittstellen im Beton und im Ziegelmauerwerk wurden roh belassen und zeigen deutlich die Übergänge von 1850 (=Erdbehälter) über 1910 (= Turmfundament) bis zum Neubau 2007. Die mächtigen Abtreppungen des Fundamentringes sind ein prägendes Gestaltungselement in den beiden unteren Geschossen und werden durch die neue Planung sichtbar gemacht. Ein großes Restaurant findet in einem zweigeschossigen Glasanbau Platz, der an die Flanke des historischen Turmeingangs gestellt wurde. Im ersten Obergeschoss des Glasanbaus und im ersten oberirdischen Turmgeschoss sind Konferenzräume untergebracht. Ab dem zweiten Obergeschoss beginnen die 16 Hotelzimmerebenen. Pro Etage wurden jeweils 16 trapezförmige Zimmer um den runden Erschliessungskern mit Aufzügen und Treppenhaus angeordnet. Dieser wurde mit Gleitschalung gegossen. Eine Technik die nur noch sehr selten, (z.B. an Bohrinseln in der Nordsee) angewandt wird. Es wurde nonstop über 2 Wochen betoniert wobei der Kern pro Tag um 4,5 m in die Höhe gewachsen ist.
NuOffice Office
NuOffice Office
Wasserturm
Wasserturm
NuOffice Office
NuOffice Office
NuOffice Office
Die Geschossdecken aus Betonfertigteilen wurden anschliessend von oben in den Turm gehoben. Sie liegen auf den ehemaligen Tragpfeilern der Wasserschüsseln auf und belasten nicht die Aussenwände. Gleich einem Haus im Haus-Konzept konnte die Hotelnutzung in die bestehende Mauerwerkshülle eingestellt werden. Die Klinkerfassade wurde lediglich rückverankert und hat keine tragende Funktion. Der Turmhelm wurde ebenfalls in Geschosse unterteilt und wurde mit vorbewittertem Blech eingedeckt, welches der ursprünglichen Dachhaut ähnelt. Das Speichergewölbe von Lindley aus dem Jahre 1865 ist ein Meilenstein Hamburgs in der Geschichte der öffentlichen Wasserversorgung und wurde im Wesentlichen erhalten. Durch die Anordnung von Rezeption, Bar und Eingangshalle im Erdbehälter, sind diese Gewölbe nach dem Umbau erstmals für ein breites Publikum erlebbar.
NuOffice Office
NuOffice Office
NuOffice Office
Rolltreppe Wasserturm
Wasserturm Detailansicht

Publications